Förderkreis der Interessierten für das Projekt das "Waisenhaus Talita kum" seit Januar 2020 mit 3.917,52 € mit dabei

Herzliche Grüße aus Kamerun.
Mit innigster Freude und Dankbarkeit habe ich deinen Mail gelesen. Ich muss mich zuerst mal entschuldigen für die sehr lange Stille und Ruhe meinerseits. Die Situation war sehr sehr schwierig bei mir und bei den Kindern. Ich war ständig unterwegs um Lösungen zu finden angesichts der neuen Lage von Coronavirus in Kamerun.

In der Tat, seit den 17. März ist das Leben ganz anders geworden. Zuerst wurden alle Schulen, Universitäten und Kirchen zugeschlossen. Für uns, Priestern in Afrika, die wir von den Sonntagskollekten leben, war es ab diesem Zeitpunkt ein Kreuzweg. Wir müssten kämpfen um unseres Lebens. Keine Messe heißt keine Lebensmittel, kein Einkommen.

Und da ich um mich herum etwa 72 Kindern habe, die nichts zu tun hatten aber jeden Tag etwas zu essen brauchten, war es für mich noch schwieriger. Nicht nur das, fast alle Geschäfte waren zu. Wenn sie aber offen waren, war die Ware sehr teuer. Auf den Marktplätzen fehlte es fast alles. Und wenn es auch etwas gab, war es zu teuer. Wenn die Kinder nicht beschäftigt sind, dann ist wirklich die Hölle los. Sie essen doppelt und die Vorräte für 6 Monate waren nach den ersten zwei Monaten fast aufgegessen. Unser Leben war es, überwiegend auf die Felder zu gehen, um Plantage zu legen. Dann war die Zeit für Spiele und Katechese. Irgendwann war ich selbst am Ende. Es war die Absperrung für alle. Auch die freiwilligen Helferinnen und Helfern waren alle weg.

Um eine Lösung zu finden habe ich mir überlegt und entschieden, alle Kinder in ihre Ersatzfamilie zu bringen. Wie ich es jedes Jahr an der Sommerpause mache. Diese Lösung war für mich die beste, sonnt könnte ich nicht mehr in der Lage sein, die Kinder weiter zu ernähren. Sie sind jetzt noch bei den Ersatzfamilien und bleiben dort bis Ende September. Ab und zu mache ich eine Runde zu der jeweiligen Familie, um mich zu vergewissern, ob alles gut geht. Bis zum diesem Moment scheint alles besser zu sein, obwohl es auch für einige Ersatzfamilie nicht so leicht ist, ein Kind bis 7 Monate daheim zu haben und jeden Tag etwas zu essen zu haben.

In der Gemeinde Ekekam war die Kirche drei Monate lang zu. Keine Messe, keine Sakramentsfeiern. Und wenn es so ist, hat der Pfarrer nichts zu essen. So war für mich die Gelegenheit, mich, den Felder und Plantagen zu widmen: Mais, Erdnüsse, Kochbananen, usw., eine Vorbereitung für die Zeit ,wenn diese Geschichte von Coronavirus ein Ende haben wird.

Mit dem Einbruch des Coronavirus ist das Leben hier und im Moment durcheinander geworden. Überall wird davon gesprochen und die Regierung scheint überfordert zu sein. Das ist wahr. Im Vergleich mit europäischen Ländern sind wir ein bisschen besser. Ich muss zugeben, Gott hat die Afrikanische Länder geschönt, da unser Gesundheitssystem null ist. Es würde eine schreckliche humanitäre Katastrophe sein. Aber es ist nicht so. Wir haben in Kamerun bis jetzt weniger als 500 Tode mit etwa 2000 Infizierten. Gott sei dank.

Mir selbst geht es gut. Und bis heute sind alle Kinder gesund. Das ist die gute Sache. Das verdanke ich doch dem lieben Gott. Wir hatten einige Anfälle im Freundeskreis aber niemand ist gestorben.

Am 5. Oktober 2020 fängt wieder die Schule an. Die Kinder werden sich ab 1. Oktober in Talitakum Station und in der Handwerkerschule treffen, um ein neues Schuljahr zu beginnen. Dafür habe ich schon viel vorbereitet. Ich habe diese Zeit benutzt, um verschiedene Sachen in die Reihe zu bringen. Die Spende wird uns helfen um Essen, Schulsachen, und Medikamente zu kaufen. Die monatlichen Spenden, die von Spendern aus der Rhön auf mein persönliches Konto überwiesen wurden, waren mir wirklich eine große Hilfe. Damit konnte ich weiter überall sein, wo die Kinder waren und sofort effektiv sein, wo es Probleme gab. Dafür bin ich Euch allen sehr sehr dankbar und muss ich einen herzlichen Vergelt‘s Gott für Euch allen sagen. Ohne diese Hilfe, weiß ich es nicht wie ich mit dieser Situation fertig würde.

 

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